UMBAU + RESTAURIERUNG RATHAUS SEMPACH

LIEU: 6204 Sempach
ANNÉE DE REALISATION: 2014
REMIS LORS DU: Prix Lignum 2015
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ESSENCE DE BOIS MAJORITAIREMENT UTILISÉE: Sapin blanc
DÉTAILS DU PROJET: Constructions culturels, de concerts et de séminaires , Assainissement / rénovation, Transformation
PORTEUR DU PROJET : Stiftung Rathaus Sempach, Ernst Fluder, Sempach
ARCHITECTE/PLANIFICATEUR: A6 Architekten AG Dipl. Architekten ETH FH SIA, Patrik Ziswiler, Buttisholz
EXÉCUTION DES TRAVAUX EN BOIS : Helfenstein + Muff Holzbau AG, Walter Helfenstein, Sempach
INGÉNIEUR: Lauber Ingenieure AG, Beat Lauber, Luzern

AUTRES:
Schreinerei, , Peter Blum, Grosswangen
Schreinerei, , Franz Gassmann, Sempach
Dipl. Architekt ETH SIA, , Gerold Kunz, Ebikon
Restaurator im Holzbau, , Ambrosius J.R. Widmer, Alpnach Dorf


DESCRIPTIF :
Die Bauaufgabe
Das Rathaus Sempach wurde 1474 erbaut und im Verlaufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und umgenutzt. Der Holzständerbau mit Fachwerkfassade ist ein geschichtsträchtiges Gebäude von nationaler Bedeutung und steht unter Denkmalschutz. In keinem anderen Gebäude im Städtli Sempach konzentrieren sich die noch vorhandenen historischen Bauteile und die reiche Ortsgeschichte so zahlreich wie im Rathaus. Die 540 Jahre Baugeschichte, verbunden mit zahlreichen diversen Nutzungen, ist auch nach der Restaurierung an verschiedenen originalen Bauteilen ablesbar und wurde durch eine neue aktuelle Bauphase ergänzt.
Das Gebäude wurde von 2012 – 2014 Innen und Aussen restauriert. Nach einem sanften Umbau dient das Rathaus neu als Treffpunkt für Kulturinteressierte und beherbergt das Stadtmuseum.
Auf der Basis einer gründlichen Bauuntersuchung und ärchäologischen Grabungen wurden frühere bauliche Fehlgriffe entfernt und die kunsthistorisch wichtigen Bauelemente restauriert und repariert.
Durch das Entfernen von Verkleidungen und Zwischenwänden wurden im Erdgeschoss die ursprünglichen Konstruktionselemente sichtbar und die wechselvolle Geschichte ablesbar gemacht.
Die Tuchlaube im 1. Obergeschoss wurde von sämtlichen Einbauten befreit, damit diese wieder wie ursprünglich als offener, grosser Raum wahrnehmbar wird und neu als Versammlungsraum dient.
Intensive ingenieurtechnische Abklärungen zeigten, dass auf die im Laufe der Renovierung von 1942 eingebauten statischen Massnahmen in der Tuchlaube verzichtet und mit dem Ausbau der nicht originalen Stützen und des Unterzuges die Grosszügigkeit des ursprünglich zweiseitig offenen Raumes wieder hergestellt werden konnte. Auf Grund der geschwächten Statik, den Anforderungen an die Erdbebensicherheit und den Erfordernissen des Brandschutzes waren im Bereich der Trennwand von Foyer und Bürgersaal im 2. Obergeschoss aufwendige statische Massnahmen notwendig. Mit einem imposanten Holz-Metall-Hängewerk wurden die umfangreichen Auflagen erfüllt.
Das Museum der Hausgeschichte
Das Museum wurde auf alle Geschosse des Rathauses verteilt. Auch das Haus selber soll seine einzigartige Baugeschichte offenbaren. Deshalb wurden die wichtigsten Baukonstruktionen aus den verschiedenen Bauphasen für den Besucher sichtbar und erkennbar gemacht. Die am Gebäude erlebbare Baugeschichte wird so auch zu einem zentralen Bestandteil des Museums im Rathaus.
Im Erdgeschoss wurden sämtliche Bruchsteinmauern freigelegt und restauriert. Die Holzständerwand mit der Lehmstrohausfachung bleibt sichtbar und wird künftig von einer Brandschutzverglasung geschützt. Die Balkenlagen und die Untersichten der Schiebebodenelemente sind wieder sichtbar.
Die neuen Bauelemente ordnen sich in ihrer Materialität und ihrer Farbigkeit dem historischen Bestand unter und sind bewusst schlicht gehalten. Der geschliffene Betonboden und die dunkelbraunen Infrastruktureinbauten unterstützen diese Haltung. Die Wandverkleidung und der Bodenbelag in der Tuchlaube, orientieren sich am historischen Befund. Die Ausführung in Weisstanne wirkt selbstverständlich und vermittelt mit der historisch wertvollen Holzkonstruktion ein harmonisches Raumgefühl. Im Vordergrund aller Massnahmen stand die Erhaltung der historisch wertvollen Bausubstanz. Reparaturen wurden bewusst sichtbar und ablesbar belassen und sollen von der Nachwelt nachvollziehbar bleiben.
Die Westfassade
Die 1945 im Zuge einer Renovation verkleidete Westfassade wurde für den Bauuntersuch freigelegt. Die Riegelkonstruktion ist in konstruktiver und gestalterischer Hinsicht von geringer Qualität, zeigt aber die wechselhafte Geschichte der Rathausnutzung und die damit verbundenen baulichen Veränderungen. Der Zustand liess einen Verzicht auf eine Verkleidung nicht zu, jedoch soll die Konstruktion für den Betrachter sichtbar bleiben. Von Seiten der Bauherrschaft wurden Ansprüche wie Transparenz von innen nach aussen und individuelle Beschattungs- und Verdunklungsmöglichkeit der Fenster angemeldet. Von den Architekten wurde für die Westseite eine Lamellenfassade entwickelt, welche den diversen Ansprüchen gerecht wird: Sie bietet den gewünschten Wetterschutz, lässt aber auch je nach Positionierung einen Blick auf die freigelegte Riegelkonstruktion zu und macht eine Verdunklung der Fenster möglich. Der Ausdruck der Fassade ist sowohl abstrakt wie auch spielerisch und lehnt sich im geschlossen Zustand an die typischen Rückfassaden mit einfachen Holzschalungen an.

Beim Umbau des Rathauses kamen sämtliche Facetten des Holzbaus zum Einsatz:
Fachgerechte Restaurierung, Reparatur und Ergänzung wertvoller historischen Holzbausubstanz
Statische Ertüchtigung mit modernem Ingenieurholzbau gepaart mit traditioneller Zimmermannsarbeit
Zeitgemässer Innenausbau in Holz
Fassadenbau in Holz mit hohen technischen Anforderungen






Westfassade nach Restaurierung
 
 
 
 
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